Tocaras Operation

17.04.2013 19:38

Tocara, eine der Sorraia Mustang Stuten aus Canada, begann ca. 2 Monate nach ihrer Ankunft in Österreich, im Oktober 2012, zu lahmen. Wir erwarteten keine schlimme Diagnose, aber leider hatte sich herausgestellt, dass ein 2,5 cm grossen Chip im linken Kniegelenk war. Wieso und warum weiss niemand. Sie hatte keine Verletzung oder Schwellung am Bein, dh. sie muss den Chip schon gehabt haben. 

Es war gar nicht so sicher, ob man diesen Chip überhaupt herausoperieren könnte, da er unter den Bändern lag. Die Röntgenbilder wurden nach Deutschland zu einem Spezialisten geschickt, um mehr zu erfahren. 

Wir hatten Glück, und ein Termin für die Operation wurde für Dezember fixiert. Das war natürlich eine lange Zeit bis dahin und das arme, wilde Pferd, das gewohnt war auf 150 Hektar herum zurennen, musste 2 Monate eingesperrt in einer Box leben. Mir ist fast das Herz gebrochen, sie jeden Tag nur in der Box stehen zu sehen. Tocara durfte sich nicht zuviel bewegen, damit sich das Gelenk nicht entzündete. Unglaublicherweise war sie sehr ruhig und brav, wurde nie grantig oder frustriert.

Am 10. Dezember hatte das Warten ein Ende und wir brachten die Stute in die Klinik. Obwohl es eine sehr komplizierte Operation war, ist gottseidank alles gut gegangen und ich konnte sie am nächsten Tag besuchen. Da war sie sehr verstört und ängstlich.

Einen Tag später hat sie schon aus dem Fenster geschaut und mich begrüsst. Da war sie wieder die "Alte". Für eine Woche musste Tocara in der Klinik bleiben, dann kam sie zurück in unseren Stall. Wenigstens durfte sie gleich in eine Doppelbox.  

Das Schlimmste war überstanden, aber jetzt begann das nächste Geduldspiel. 3 Monate musste sie sich schonen, bis sie wieder zu den anderen Pferden in die Herde eingegliedert werden konnte. Die Muskeln im linken Bein waren ja fast komplett abgebaut, da es monatelang kaum belastet wurde. 

Nach einigen Wochen in der Doppelbox konnte das Pferdchen in ein ca. 50qm grossen Abteil umziehen, dafür trennten wir einen Drittel des Ruheraums für sie ab. (Gottseidank ist der so gross). 

Wieder ein paar Wochen später haben wir ihr ein kleines Sandpaddock dazugegeben, und nach einiger Zeit vergrösserten wir ihren Auslauf noch mehr. So konnte die Stute kontinuierlich mehr Bewegung machen und ihre Muskeln wieder aufbauen. Am Ende der 3 Monate haben wir täglich Annie für ein paar Stunden zu ihr gegeben, damit sie endlich wieder eine Freundin bei sich hatte. Die zwei haben sich ja schon vor der Operation gut verstanden und waren schon damals zusammen im Auslauf.

Anfang März war es endlich soweit und Tocara durfte wieder in ihre Herde mit Annie, Levada und Alegria. Davor habe ich sie ein paar Mal alleine im Roundpen laufen lassen und später auch am Reitplatz.

Sie hat alles gut überstanden und geht jetzt wieder schmerzfrei. Anscheinend haben wir auch in der Zeit nach der Operation alles richtig gemacht. 

Höchstwahrscheinlich wäre Tocara, hätte ich sie nicht "zufällig" gekauft und nach Österreich gebracht, nicht mehr am Leben. Entweder hätte sie ein Bär oder Wolf gefressen, oder sie wäre irgendwann verhungert. 

 

Tocaras Operation

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