News von Baïka und Bayladora und das Anlernen an die Kraftfutterstation.

01.05.2013 22:59

In der letzten 2 Woche habe ich mich viel mit den 2 neuen Pferden beschäftigt. 

 

Wichtig war erstens einmal, dass sich Baïka halftern lässt, ohne die Flucht zu ergreifen.

Sie ist ja sehr scheu und ängstlich und nachdem ich beide Pferde in einem grossen Auslauf halte, ist es natürlich unmöglich sie zu "fangen" bzw. zu "übermannen" wie es in einer Box möglich wäre. Ich wollte sie aber nicht einsperren und so wartete ich geduldig 2 1/2 Wochen, bis sie genug Vertrauen zu mir hatte und stehen blieb, wenn ich mich ihr näherte und sie einen Strick sah.

Gestern war es soweit und ich konnte ihr das Halfter anlegen und sie zum Reitplatz führen. Sie hat die Sorraias über den Zaun kennengelernt, ihre Meinung lautstark kundgetan und wir sind ein bisschen spazieren gegangen.

Heute war sie für ein paar Stunden mit Bayladora am Reitplatz (40:80m) und ich konnte ihr ohne grössere Anstrengung wieder das Halfter hinaufzugeben, als es Zeit wurde zum Stall zurückzugehen. 

 

Bei Bayladora ist im Moment das wichtigste, dass sie ihre neue Herde, also die Gruppe der "Hauspferde", kennenlernt und sich dort auch wohlfühlt. Sie muss sich im Aktivstall zurechtfinden und lernen, sich ihr Futter von der Kraftfutterstation abzuholen. 

Ausserdem muss sie sich gewöhnen auch ohne Baïka zu leben, da die Zwei ja in den nächsten Wochen getrennt werden. Natürlich sehen und hören sie sich auch dann noch, sie sind ja nur durch einen Holzzaun getrennt. Bayladora ist allerdings sehr auf Baïka fixiert und ist gestern sogar durch den Elektrozaun gelaufen, weil sie näher bei ihr sein wollte. 

Die jetzige Situation erlaubt es gottseidank, dass Bayladora täglich für einige Stunden in der neuen Herde mitläuft und trotzdem in der Nähe von Baïka ist. Hoffentlich fühlt sie sich in ein paar Wochen so sicher, dass sie ohne Trennungsängste bei ihren neuen Freunden bleibt. Leider ist sie das "fünte Rad am Wagen" da gestern ein Pferd eingeschläfert werden musste, aber ich hoffe, dass sich mein Wallach Eco mit ihr anfreundet. Er ist ziemlich friedlich und verspielt im Vergleich zu den 3 Anderen. 

 

Die Kraftfutterstation habe ich ihr schon gezeigt und sie geht bereits ohne Problem hinein, frisst etwas und geht durch das Türchen wieder hinaus. (Das Öffnen des Türchens ist ihr von Anfang an sehr leicht gefallen. Interessant...) Ein paar Schritte fehlen noch, bis sie im Aktivstall sicher alleine gelassen werden kann, aber bestimmt lernt sie die auch bald. Das wichtigste ist schon einmal geschafft. Sie ist ja sehr folgsam und gescheit.

Es sind doch ziemlich viele Faktoren die zusammen kommen, bis sich ein Pferd in der Kraftfutterstation 100% ruhig und suverän verhält. Nicht nur, dass die Pferde in einen engen Gang hinein gehen müssen, hinter ihnen geht die Nachlaufsperre zu, der Computer piepst und das Futter rieselt in eine Schüssel. All das sind ungewohnte Geräusche und Gefühle, die ein neues Pferd sehr erschrecken können.

Die Nachlaufsperre habe ich bei Bayladora vorerst ausgeschaltet und der Automat wirft auch kein Futter aus. Ich gebe ihr händisch etwas Futter in die Schüssel.

Schon bein Betreten der Station mit dem Pferd muss man sehr aufpassen, da ein schreckhaftes, untrainiertes Pferd den Mensch leicht einquetschen oder überrennen könnte. Schon einigen Stallbesitzern wurde beim Anlernen der Pferde die Rippen gebrochen. 

Sowohl die Nachlaufsperre als auch der Bügel beim Ausgangstürchen sind normalerweise elektrifiziert. Damit das Pferd nicht gleich am Anfang schlechte Erfahrung mit der Station macht, schalte ich am Anfang den Strom ab. 

 

Wie bei allem ist das Vertrauen in den Menschen sehr wichtig, aber nicht nur. Wenn das Pferd eine solide Ausbildung am Boden hat (wie zum Beispiel im Parelli Programm gelehrt wird) wird das Anlernen zum Kinderspiel.