Der Sorraia Hengst ist bei uns angekommen

26.08.2013 21:04

Am 13. August war es endlich soweit und der erste Sorraia Hengst der jemals österreichischen Boden betreten hat, kam bei uns im Stall an. Es war schon sehr spät, fast Mitternacht, als ich den kleinen, verschreckten Hengst zum ersten Mal gesehen habe.

5 Tage war der Arme unterwegs. Er kam von Portugal mit vielen Zwischenstationen und oftmaligem Umsteigen sehr müde zu uns. Es dauerte auch ziemlich lange, bis er aus dem Transporter ausgestiegen ist. Alles war unheimlich für ihn. Gottseidank war der Fahrer ein geduldiger Pferdetrainer. 

Einen richtigen Namen hat das Pferdchen noch nicht, da der portugiesische Zuchtverband ihn erst registrieren muss und wir erst danach einen Namen aussuchen können mit einem bestimten Anfangsbuchstaben, der vorgegeben wird. 

 

Seit ich beschlossen habe Sorrraias zu züchten, hatte ich Angst vor dem Moment, an dem ein Hengst zu mir in den Stall kommen würde. Man hört ja viele gruselige Geschichten über bösartige Hengste. Dementsprechend vorsichtig war ich in den ersten Tagen. Aber meine Angst war vollkommen unbegründet. Wir haben den ruhigsten und liebsten Hengst, den es überhaupt geben kann. Und ich bin seeeeeehr erleichtert und glücklich. 

Natürlich ist er noch fast ein Baby, er ist erst knapp über 2 Jahre alt und hat noch überhaupt kein hengstisches Benehmen. Die Hauspferde sind auch ziemlich freundlich zu ihm, sie können ja über die Boxenwand mit ihm kommunizieren. Meine Haflingerstute ist allerdings sehr aggressiv ihm gegenüber, sie weiss anscheinend doch, dass er ein Hengst ist (und will nichts mit ihm zu tun haben!!!)

Das erste Projekt war, das Hengstchen etwas an uns zu gewöhnen. Er war sehr ängstlich und wollte sich gar nicht angreifen lassen. Jetzt, nach fast 2 Wochen kommt er sofort her, wenn er uns sieht, wir können wir ihn halftern und führen. Jeden Tag gehe ich mit ihm spazieren, lasse ihn grasen und bringe ihn auf unseren grossen Reitplatz (40:80m) wo er laufen, springen und sich im Sand wälzen kann. Und natürlich kann er auch seine Stuten durch den Zaun kennenlernen! Das ist ja das Wichtigste. 

Die sind auch recht freundlich zu ihm, vor allem Boavista ist sehr angetan. Vielleicht lasse ich die 2 in den nächsten Tagen einmal zusammen. 

Auch wenn er wegen der Stuten sehr aufgeregt ist, kommt er zu mir und lässt sich wieder wegführen. Es ist wirklich unglaublich, wie angenehm und wohlerzogen er ist. Ich denke, wenn wir mit ihm weiterhin regelmässig trainieren, vielleicht reiten wir ihn auch zu, wird er auch so brav bleiben.

Ob er schon reif genung ist, sich bei den Stuten durchzusetzen und Nachwuchs zu produzieren, werden wir ja in den nächsten Wochen bzw. Monaten sehen. Ich bin ja schon sehr auf seine Entwicklung gespannt. 

Der Sorraia Hengst ist bei uns angekommen

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